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Bautrocknung · CM-Verfahren · DIN 18560

CM-Verfahren: Restfeuchte messen nach DIN 18560 — komplette Anleitung

Aktualisiert am 01. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit · Quellen: DIN 18560, BEB

Kurzfassung: Das CM-Verfahren (Carbid-Methode) ist die DIN-18560-Standard-Methode zur Belegreife-Messung in Estrichen. Grenzwerte: Zementestrich ≤ 1,8 CM-%, Calciumsulfat ≤ 0,5 CM-%. Mind. 3 Stellen pro Raum oder 1 pro 200 m². Kosten 50-150 € pro Mess-Stelle. Vor jedem Wiederaufbau ZWINGEND — sonst keine Belegreife.

Was ist das CM-Verfahren?

Das Carbid-Methoden-Verfahren wurde in den 1950er-Jahren entwickelt und ist seither DIN-Standard für Estrich-Belegreife. Funktionsweise:

  1. Eine kleine Material-Probe (50 g) wird aus dem Estrich entnommen (Bohrloch oder Stemmen)
  2. Probe wird gemahlen und mit Calciumcarbid in einer Druckflasche eingeschlossen
  3. Im Material enthaltenes Wasser reagiert mit dem Carbid zu Acetylen-Gas
  4. Der Druck der Acetylen-Gas-Bildung wird am Manometer abgelesen
  5. Über eine Umrechnungs-Tabelle ergibt sich die Restfeuchte in CM-%

Vorteil: sehr genau (±0,1 CM-%), unabhängig von der Material-Art. Nachteil: zerstörend (Bohrloch), aufwendig (2 Stunden pro Messung), nur Fachhandwerker.

Grenzwerte nach DIN 18560 — Belegreife

MaterialGrenzwert unbeheiztGrenzwert beheizt
Zementestrich≤ 1,8 CM-%≤ 1,5 CM-%
Calciumsulfat-Estrich (Anhydrit)≤ 0,5 CM-%≤ 0,3 CM-%
Magnesia-Estrich≤ 0,5 CM-%≤ 0,3 CM-%
Gussasphalt-Estrichnicht erforderlichnicht erforderlich
Trockenestrich (Holz, Gipskarton)nicht CM-relevantnach Hersteller-Angaben

Anzahl der Mess-Stellen

BEB-Richtlinie (Bundesverband Estrich und Belag):

  • Mindestens 3 Mess-Stellen pro Raum (selbst bei kleinen Räumen unter 50 m²)
  • Bei größeren Flächen: 1 Mess-Stelle pro 200 m²
  • Bei Sanierungen mit unterschiedlichen Schadenbereichen: zusätzliche Stelle pro Schadensbereich
  • Tiefe: 0,4 × Estrich-Dicke (bei 5 cm Estrich → 2 cm tief)
  • Bei beheizten Estrichen: zusätzliche Stelle in nicht beheiztem Referenz-Bereich

Durchführung Schritt-für-Schritt

  1. Mess-Stellen markieren nach BEB-Richtlinie
  2. Probenahme mit Hammer-Stemmen oder Hohlbohrer (3-4 cm Durchmesser, in der definierten Tiefe)
  3. Material zerkleinern (mit Mörser oder Mahlwerk)
  4. Genau 50 g abwiegen mit Präzisionswaage
  5. Calciumcarbid hinzufügen (3-5 g, je nach Hersteller-Anleitung)
  6. In Druckflasche einschließen und 10-15 Minuten reagieren lassen
  7. Manometer-Druck ablesen bei Temperatur 20 °C
  8. Über Tabelle in CM-% umrechnen
  9. Foto-Protokoll erstellen mit Datum, Uhrzeit, Werten

Belegreife-Protokoll

Ein vollständiges Mess-Protokoll für die Versicherung oder Übergabe muss enthalten:

  • Adresse + Raum-Bezeichnung
  • Datum + Uhrzeit jeder Messung
  • Mess-Stelle (Skizze oder Foto-Markierung)
  • Material-Typ (Zement/Calciumsulfat/etc.)
  • Heizungsstatus (beheizt/unbeheizt)
  • Tiefe der Probenahme
  • Gemessener CM-Wert
  • Vergleich mit DIN-Grenzwert
  • Freigabe-Empfehlung (belegreif/nicht-belegreif)
  • Unterschrift des Messenden + Stempel (bei Fachfirma)

Alternative Mess-Methoden

VerfahrenGenauigkeitBei Belegreife geeignet?
CM-Verfahren (DIN 18560)±0,1 CM-%JA — Standard
Darr-Verfahren (Labor)±0,05 %JA — höchste Genauigkeit, aber 24h Labor
Elektrische Hand-Messung±2-3 %NEIN — nur als Indikator
Mikrowellen (TROTEC, GANN)±0,3 CM-%Bedingt — gut für Verlaufs-Tracking
Hygrometer-Methode±5 %NEIN — nur Raumluft, nicht Material

Quellen + verwandte Themen

  • DIN 18560 — Estriche, Belegreife-Anforderungen
  • BEB-Richtlinie — Mess-Stellen-Anzahl
  • Hersteller-Datenblätter: GANN, TROTEC, ELCOMETER für CM-Geräte

Weiterführende Ratgeber: → Bautrocknung-Komplett-Guide · → Dauer pro Material · → Estrich-Dämmschicht-Trocknung · → Schimmel-Prävention

Häufige Fragen

Was ist das CM-Verfahren?
Das Carbid-Methoden-Verfahren (kurz CM) ist die in DIN 18560 vorgeschriebene Methode zur Messung der Restfeuchte in Estrichen vor Belegreife. Es wird eine kleine Material-Probe (typisch 50 g) aus dem Estrich entnommen, mit Calciumcarbid in eine Druckflasche gegeben. Das Wasser reagiert mit dem Carbid zu Acetylen-Gas — am Manometer abgelesener Druck zeigt direkt die Restfeuchte in CM-%. Sehr genau, aber zerstörend.
Wann ist eine CM-Messung Pflicht?
Vor jedem Wiederaufbau eines Bodenbelags nach Wasserschaden — DIN 18560 schreibt das vor. Auch beim Neubau vor erstmaliger Belegung. Bei beheizten Estrichen besonders wichtig. Ohne CM-Messung: kein Belegreife-Nachweis, im Schadensfall Haftungsprobleme für Sanierer und Versicherer. Bei Verkauf einer Immobilie nach Wasserschaden: dokumentierte CM-Messung gibt Käufer Sicherheit.
Wer darf eine CM-Messung durchführen?
Fachhandwerker mit Sachkundenachweis (BEB-Schulung) oder zertifizierte Sanierungs-Firmen. Selbstmessungen sind möglich, aber bei Streit mit Versicherung NICHT als Beweismittel anerkannt. Bei großen Schäden: öffentlich bestellter Sachverständiger. Bei DIY-Sanierung: CM-Mess-Geräte mieten (40-80 €/Tag), Mess-Protokoll mit Foto und Datum dokumentieren.
Wie hoch dürfen die CM-Werte maximal sein?
DIN 18560 Grenzwerte für Belegreife: Zementestrich unbeheizt ≤ 1,8 CM-%, beheizt ≤ 1,5 CM-%. Calciumsulfat-Estrich (Anhydrit) unbeheizt ≤ 0,5 CM-%, beheizt ≤ 0,3 CM-%. Magnesia-Estrich ≤ 0,5 CM-%. WICHTIG: bei mehreren Mess-Stellen muss DER HÖCHSTE Wert unter dem Grenzwert liegen — nicht der Durchschnitt.
Wie viele Mess-Stellen sind nötig?
BEB-Richtlinie: 1 Mess-Stelle pro 200 m² Fläche, mindestens 3 Stellen pro Raum. Bei Sanierungen mit unterschiedlichen Schadenstellen: 1 Mess-Stelle pro Schadenbereich + zusätzliche Stelle in Referenz-Bereich. Tiefe: typisch 0,4 × Estrich-Dicke (bei 5 cm Estrich: 2 cm tief). Bei beheizten Estrichen: zusätzlich Mess-Stellen in nicht beheizten Bereichen.
Was kostet eine CM-Messung?
Pro Mess-Stelle: 50-150 € beim Sanierungs-Profi, alles inklusive (Bohrung, Probenahme, Messung, Protokoll). Bei mehreren Stellen pro Termin: 30-80 € pro zusätzliche Stelle. Eigene Messung: CM-Gerät-Miete 40-80 €/Tag, Carbid-Patronen 5-10 € pro Probe. Bei Versicherungs-Schaden: komplett erstattet als Sanierungs-Aufwand.

Methodische Hinweise: Werte basieren auf DIN 18560 (Stand 2024) und BEB-Richtlinien. Bei beruflicher CM-Messung Sachkundenachweis erforderlich. Bei DIY: keine Anerkennung als Beweismittel bei Versicherungsstreit. Keine Sanierungs-Beratung.

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