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Methoden-Vergleich · Kosten · Genauigkeit

Leckortungs-Methoden: 5 Verfahren im Vergleich

Welche Methode passt zu welchem Schadensszenario? Hier alle gängigen Verfahren mit Kostenspannen, Aufwand und Einsatzbereich — versicherungsrelevant nach § 14 VGB.

MethodeKostenZeitEingriffGenauigkeitEinsatzbereich
Thermografie (IR-Kamera)
180–450 € 1–3 h Zerstörungsfrei Mittel (~50 cm Genauigkeit) Flächige Feuchtigkeit in Wänden/Decken sichtbar machen — vor allem bei Fußbodenheizung oder versteckten Leitungen.
Grenze: Funktioniert nur bei Temperaturunterschied zwischen Wasserleitung und Wand. Kein Treffer bei kaltem Wasser ohne Druck.
Tracergas (Formiergas H₂/N₂)
350–800 € 2–4 h Zerstörungsfrei Hoch (5–10 cm) Defekte in Druckleitungen (auch im Estrich oder Mauerwerk), Heizungsanlagen, Dichtigkeitsprüfung nach Reparatur.
Grenze: Voraussetzung: Leitung kann entleert + mit Gas befüllt werden. Bei kompletten Estrich-Abdeckungen kann das Gas diffundieren.
Endoskopie
120–350 € 0,5–2 h Minimal-invasiv (5 mm Bohrloch) Punktgenau Visuelle Begutachtung in Hohlräumen, Dämmschicht-Inspektion, Bestätigung von vermutetem Schaden.
Grenze: Nur lokale Begutachtung — keine Suche nach unbekanntem Schaden.
Akustik (Korrelator/Geofon)
200–600 € 1–3 h Zerstörungsfrei Mittel-Hoch (10–30 cm) Aktive Leckage in Druckleitungen mit hörbarem Geräusch (Wasser/Gas unter Druck).
Grenze: Nur bei aktivem Leck mit Geräuschemission. Bei kleinem Leck oder dichter Umgebung schwer.
Mikrowellen-Feuchtemessung
160–400 € 1–2 h Zerstörungsfrei Tiefen-Profil (0–30 cm) Quantitative Feuchtigkeitsmessung in mehreren Tiefen (Mauerwerk, Estrich) — vor und nach Trocknung.
Grenze: Materialabhängige Kalibrierung nötig. Eher Mess- als Ortungs-Verfahren.

Praxis-Tipp: Lassen Sie sich vor der Beauftragung den Versicherungs-Status klären. Bei Direkt-Abrechnung übernimmt die Gebäudeversicherung die Leckortung in voller Höhe — Sie zahlen nichts vor.

Häufige Fragen

Was bedeutet "zerstörungsfreie" Leckortung?
Bei zerstörungsfreien Verfahren (Thermografie, Tracergas, Akustik, Mikrowelle) wird nichts aufgeschlagen — die Suche erfolgt von außen über physikalische Messgrößen (Wärme, Gas, Schall). Bei Bestätigung erfolgt dann ein gezielter, minimaler Eingriff. Sehr viel günstiger als großflächiges Aufstemmen ("Erforschungsschäden").
Übernimmt die Versicherung die Leckortungs-Kosten?
Bei einem versicherten Leitungswasser-Schaden ja — die Kosten für die Leckortung (auch unabhängig vom späteren Schadenshöhe) werden von der Gebäudeversicherung gemäß § 14 VGB übernommen. Wichtig: vor der Beauftragung mit der Versicherung sprechen (Direktabrechnung mit dem Sanierer).
Welche Methode ist die richtige für meinen Fall?
Bei sichtbarem Feuchtigkeitsbild auf Wand/Boden: Thermografie zur Verlaufs-Erkennung. Bei Verdacht auf Rohrbruch im Estrich: Tracergas. Zur visuellen Bestätigung in der Konstruktion: Endoskopie. Erfahrene Leckorter kombinieren meist 2–3 Verfahren — Pauschal-Empfehlungen sind unseriös.

⚠ YMYL-Hinweis: Kosten- und Aufwand-Spannen sind Orientierung — verbindliche Werte erhalten Sie nach Vor-Ort-Begutachtung. Quellen: VdS-Sachschadensrichtlinien, Branchen-Tarife 2024/2025, § 14 VGB 2022.

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