StartRatgeberEndoskopie-Leckortung
DIN EN ISO 9712 · VdS 3151

Endoskopie-Leckortung — Mini-Kamera in Wand + Estrich

Visuelle Bestätigung versteckter Schäden vor dem großen Aufriss — durch 8-15 mm Bohrloch.

Kurzfassung: Mini-Kamera (3-8 mm Durchmesser) wird durch 8-15 mm Bohrloch in Wand-Hohlräume oder Estrich-Dämmschicht eingeführt. Live-Bild zeigt Schaden direkt. Kosten 150-900 € je nach Aufwand. Spart oft große Aufrisse. Versicherung erstattet nach § 14 VGB 2022. Spätestens bei Schimmel-/Dämmungs-Verdacht in Hohlräumen unverzichtbar.

Wie funktioniert Endoskopie-Leckortung?

Industrie-Endoskope sind die zerstörungsfreieste Methode zur visuellen Inspektion versteckter Bauteile. Ein flexibler Glasfaser-Schlauch oder ein steifer Schiebe-Stab trägt am vorderen Ende eine Mini-Kamera mit LED-Beleuchtung. Das Live-Bild wird auf einen Monitor übertragen — Auflösung typisch 720p oder 1080p bei Profi-Geräten.

Die Kamera passt durch ein 8-15 mm Bohrloch, das in die Wand- oder Decken-Oberfläche gebohrt wird. Nach der Untersuchung wird das Loch mit Reparatur-Mörtel verschlossen — bei späterem Verputzen kaum sichtbar.

Typische Anwendungsbereiche

  • Schimmel-Verdacht in Wandhohlräumen — z. B. Vorwand-Installation, Trockenbau, abgehängte Decken.
  • Durchnässte Dämmung unter Estrich — Schwimmender Estrich mit feuchter Mineralwolle-Dämmung.
  • Lecks in Hohlraumboden — Doppelboden in Büroflächen, Holzbalken-Decken.
  • Schadhafte Rohrleitung in Vorwand — Sanitär-Vorwand mit beschädigten Steig-Leitungen.
  • Inspekation nach Tracergas-Lokalisierung — visuelle Bestätigung vor Aufriss.

Vorgehen Schritt für Schritt

  1. Vorlokalisierung: Thermografie oder Tracergas grenzen Bereich ein.
  2. Bohr-Loch setzen: 8-15 mm an strategisch günstiger Stelle (oft entlang einer vermuteten Leitungs-Achse).
  3. Endoskop einführen: vorsichtig Schlauch oder Stab vorschieben. Bei flexiblem Glasfaser: mehrachsige Bewegung möglich.
  4. Visuelle Inspektion: alle Hohlräume systematisch absuchen. Foto-/Video-Dokumentation für Sachverständigen-Akte.
  5. Befund einschätzen: trocken vs. feucht vs. nass, Schimmel-Befall, Leitungs-Zustand.
  6. Bohr-Loch verschließen: mit Reparatur-Mörtel oder Stopf-Pflaster.

Profi-Geräte im Überblick

  • Olympus IPLEX — Top-Modell für Industrie + Wasserschaden-Untersuchung, ab 5.000 € Geräte-Preis.
  • Wöhler VE 200/220 — kompakt, gute Auflösung, weit verbreitet bei Sanierern.
  • FLIR VS70/VS80 — kombiniert Endoskop + IR-Modul, für tiefere Diagnostik.
  • Bosch GIC 120 C — handlich, für einfachere Anwendungen.

Kosten + Versicherungsabwicklung

  • 1 Untersuchungs-Stelle: 150-300 €
  • Mehrere Stellen / komplette Wand: 400-900 €
  • Mit Sachverständigen-Dokumentation: +200-500 €
  • Bohrloch-Verschluss + Reparatur: meist im Preis enthalten

Bei versichertem Wasserschaden: Erstattung über Gebäudeversicherung nach § 14 VGB 2022. Wichtig: vor Untersuchung Versicherer informieren — bei nicht abgesprochener Beauftragung kann Erstattung strittig werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Endoskopie-Leckortung?
Eine Mini-Kamera (typisch 3-8 mm Durchmesser, flexible Glasfaser oder steife Schiebe-Stange) wird durch ein 8-15 mm Bohrloch in Wand-Hohlräume, Estrich-Dämmschichten oder Rohrleitungen eingeführt. Live-Bild auf Monitor zeigt direkt: undichte Stelle, durchnässte Dämmung, beschädigte Leitung. Industriegeräte mit LED-Beleuchtung + 720p/1080p-Auflösung.
Wann setzt man Endoskopie ein?
Wenn Thermografie und Tracergas die Lokalisierung eingegrenzt haben, aber visuelle Bestätigung nötig ist vor dem Aufriss. Beispiele: Schimmel-Verdacht in Wandhohlräumen, durchnässte Dämmung unter Estrich, Lecks in Hohlraumboden, beschädigte Rohrleitung in Vorwand-Installation. Spart oft die Notwendigkeit, große Wand-/Boden-Bereiche aufzureißen.
Was kostet eine Endoskopie?
Eingebracht in vorhandene/kleine Bohrlöcher: 150-300 € pro Untersuchungs-Stelle. Bei mehreren Stellen (komplette Wand abscannen): 400-900 €. Mit Sachverständigen-Dokumentation (Foto/Video-Protokoll): +200-500 €. Bei versichertem Wasserschaden: erstattungsfähig nach § 14 VGB 2022.
Welcher Bohr-Durchmesser ist nötig?
Standard-Industrie-Endoskope brauchen 8-15 mm Bohrloch. Bei sehr engen Hohlräumen (z. B. zwischen Dämmplatten): Mini-Endoskope mit 3-5 mm verfügbar. Bohrloch wird nach Untersuchung mit Reparatur-Mörtel oder Stopf-Pflaster verschlossen — bei Hartoberflächen kaum sichtbar.
Kann ich selbst eine Endoskopie machen?
Mini-Endoskope für Endkunden (USB an Smartphone, 30-150 €) sind im Handel erhältlich. ABER: Auflösung schlecht (480p), kein LED-Spot, Bilddokumentation für Versicherung oft nicht ausreichend, und ohne Sachkunde meist falsche Interpretation. Bei versichertem Schaden: Profi-Untersuchung mit Sachverständigen-Dokumentation.
Wie viele Bohrlöcher sind typisch nötig?
Bei gezielter Untersuchung (Thermografie/Tracergas haben vorgearbeitet): 1-3 Bohrlöcher reichen meist. Bei flächiger Erkundung (komplette Wand): 5-10 Stellen. Profi-Sanierer dokumentieren jedes Loch + Befund — wichtig für Versicherer-Abrechnung.

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