StartRatgeberThermografie-Leckortung
DIN EN 13187 · VGB 2022 § 14

Thermografie-Leckortung — Kosten, Verfahren, Voraussetzungen

Wärmebildkamera zur Wasserschadens-Lokalisierung — zerstörungsfrei, schnell, kostengünstig. Was es kostet und wann es sinnvoll ist.

Kurzfassung: Thermografie kostet 250-1.500 € je nach Wohnungsgröße. Funktioniert über Temperatur-Anomalien (kalte Stellen durch Verdunstung, warme Stellen durch defekte Heizungsleitung). Beste Bedingungen: Heizperiode mit ≥15 K Temperatur-Unterschied innen/außen. Zertifizierte Sachverständige nach DIN EN 13187. Versicherung trägt Kosten nach § 14 VGB 2022.

Wie funktioniert Thermografie zur Leckortung?

Eine Infrarot-Kamera misst die Temperatur jeder Oberflächen-Position (typisch 76.800 Pixel bei einem 320×240-Sensor) mit einer Auflösung von 0,03 K. Damit lassen sich winzige Temperatur-Anomalien sichtbar machen, die im normalen Sichtfeld unsichtbar sind.

Bei Wasserschäden zeigen sich zwei typische Muster:

  • Kalte Stellen — Verdunstendes Wasser entzieht der Oberfläche Wärme (Verdunstungskälte). Wasser in Putz, Estrich oder hinter Tapeten erzeugt klar abgegrenzte „Kälte-Inseln" im Wärmebild.
  • Warme Stellen — Defekte Heizungs- oder Warmwasserleitungen geben Wärme an umgebende Bauteile ab. Diese „Heißpunkte" weisen direkt auf das Leck hin.

Kosten-Aufschlüsselung

  • Anfahrt + Erst-Untersuchung (1 Raum, bis 30 m²): 250-450 €
  • Wohnung komplett (80-120 m²): 450-800 €
  • Erweitert (mehrere Stockwerke, Außenwände): 800-1.500 €
  • Sachverständigen-Gutachten zusätzlich (für Versicherung): +500-1.000 €

Bei versichertem Wasserschaden: Versicherer trägt Kosten nach § 14 VGB 2022 als Schadenermittlungs-Kosten. Voraussetzung: Sachverständiger schließt sich der Schadenermittlung an, nicht „Discounter-Thermografie" auf eigene Faust.

Voraussetzungen für aussagekräftige Messungen

  • Temperatur-Differenz ≥ 15 K zwischen Innen + Außen — sonst keine ausreichenden Anomalien.
  • Räume 24h normal beheizt vor Messung — auch ungewohnt beheizte Zimmer.
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung auf untersuchte Wände — verfälscht Bild komplett.
  • Beste Messzeit: morgens 6-9 Uhr in der Heizperiode (Oktober-März).
  • Keine schwer abgehängten Decken oder dicke Innendämmung — diese „verstecken" das Wärmebild.

Grenzen der Thermografie

Thermografie ist nicht in jedem Fall geeignet. Bei diesen Szenarien lieber andere Verfahren:

  • Leck in Außenmauerwerk: kein Temperatur-Profil zur Innenoberfläche.
  • Leck unter dem Estrich: Dämmschicht puffert Temperatur — Wärmebild zeigt nichts. Hier: Tracergas-Leckortung.
  • Stark gedämmte Wände (Passivhaus-Standard): auch interne Anomalien werden ausgeblendet.
  • Trockene Leckstelle: wenn die Verdunstung bereits abgeschlossen ist, fehlt die Verdunstungskälte. Hier: Akustik-Leckortung oder Endoskopie.

Wer darf Thermografie durchführen?

Profi-Thermografen arbeiten nach DIN EN 13187 mit zertifizierter Hardware (Profi-Kameras von FLIR, Testo, FLUKE — Endkunden-Geräte für ~500 € sind für Versicherungs-Streit nicht geeignet).

Bei Versicherungs-Streit muss der Gutachter öffentlich bestellt + vereidigt sein. Finden über:

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Thermografie-Leckortung?
Anfahrt + Untersuchung kleinflächig (z. B. ein Raum + Wandbereich): 250-450 €. Wohnung komplett (80-120 m²): 450-800 €. Bei aufwändigen Fällen (Stockwerk übergreifend, mehrere Wand-Aufrisse durch Wärmebrücken): bis 1.500 €. Bei versichertem Wasserschaden trägt die Versicherung Kosten als Schadenermittlungs-Kosten nach § 14 VGB 2022.
Wie funktioniert Thermografie zur Leckortung?
Eine Infrarot-Kamera (FLIR, Testo etc.) misst Temperatur-Unterschiede der Oberfläche. Wasser-führende Schäden zeigen sich durch typische Kälte-Bilder (verdunstet Feuchte → kühlt Oberfläche ab) oder Wärme-Bilder (defekte Heizungsleitung → wärmt Wand). Die Kamera-Auflösung typischer Profi-Geräte: 320×240 Pixel mit Temperatur-Auflösung 0,03 K — fein genug für mm-genaue Lokalisierung.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Für aussagekräftige Thermografie braucht es Temperatur-Unterschied zwischen Innenraum und Außenwelt (≥ 15 K — daher meist Winter besser als Sommer). Die Räume müssen 24h vor Messung normal beheizt sein. Direkte Sonneneinstrahlung auf untersuchte Wände muss vermieden werden (verfälscht Bild). Beste Messzeit: morgens 6-9 Uhr in der Heizperiode.
Wann ist Thermografie nicht geeignet?
Wenn Wasser-Schaden komplett im Außenmauerwerk oder unter dem Estrich liegt (kein Temperatur-Profil zur Oberfläche). Wenn Wände sehr dick gedämmt sind (Dämmung „versteckt" das Temperatur-Profil). Bei aktuell trockenen Leckstellen (Verdunstung hat schon stattgefunden — keine Kälte-Anomalie). In diesen Fällen: Tracergas (siehe Sub-Pillar) ist besser.
Brauche ich ein zertifiziertes Gerät?
Profi-Thermografen arbeiten nach DIN EN 13187 mit zertifizierter Ausrüstung (FLIR T-Serie, Testo 875+, FLUKE TiX). Wichtig: Sachverständiger muss BVS- oder VdS-zertifiziert sein, sonst akzeptiert Versicherung das Gutachten oft nicht. Bei „Discounter-Thermografie" (z. B. Energieberatung-Anbieter) Vorsicht — bei Wasserschaden meist nicht ausreichend.

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